Food cost, labor cost, prime cost, Deckungsbeitrag, Break-even: das Steuerungsraster, das ein Restaurant in eine Margenmaschine verwandelt.
2 bis 5 Punkte Nettomarge in 90 Tagen zuruckgewinnen mit einem einfachen Dashboard auf Basis der 10 Indikatoren, die wirklich zahlen.
Die Rentabilitat eines Restaurants wird uber zehn KPIs gesteuert: food cost, labor cost, prime cost, Bruttomarge, durchschnittlicher Gastcheck, Gastzahlen, Tischauslastung, Deckungsbeitrag pro Gericht, Umsatz pro qm, EBITDA. Gesunde Zielwerte in der kommerziellen Gastronomie: food cost 28-32 Prozent, labor 28-35 Prozent, prime cost 55-65 Prozent, EBITDA 12-20 Prozent.
Diese Seite beschreibt jeden KPI im Detail: Formel, Ziel je Segment (Spitzengastronomie, Brasserie, Fast Casual, Pizzeria, Lieferung, Gemeinschaftsverpflegung), Verbesserungshebel, Zahlenbeispiel. Ausserdem ein Muster-Dashboard, das in 5 Minuten am Tag ausgefullt werden kann, eine Brasserie-Fallstudie mit 6 EBITDA-Punkten Plus in 90 Tagen sowie die haufigsten Steuerungsfehler. Tonalitat: praxisnah, zahlengetrieben, ohne CFO-Jargon.
Steuerungsempfehlung, validiert von den Controllern grosser Ketten (Bertrand Tavernier, Pomme de Pain, Big Mamma) und unten zusammengefasst:
Jenseits von zwolf Indikatoren verteilt sich die Aufmerksamkeit: die meisten werden nie angeschaut. Lieber zehn KPIs, die jeden Morgen gepruft werden, als dreissig, die einmal im Monat veroffentlicht werden.
Der food cost ratio setzt den Wareneinsatz ins Verhaltnis zum Netto-Speiseumsatz. Formel: (Anfangsbestand + Einkaufe - Endbestand) / Nettoumsatz. Ziel 28-32 % in der Bistronomie, 22-26 % in Pizzeria/Burger, 35-40 % in der Spitzengastronomie.
Der labor cost ratio setzt die voll belasteten Personalkosten ins Verhaltnis zum Nettoumsatz: (Bruttogehalter + Sozialabgaben + Zeitarbeit + Aushilfen) / Nettoumsatz. Ziel 28-35 % in der kommerziellen Gastronomie, 18-24 % in reinen Dark Kitchens, 32-40 % in der Spitzengastronomie.
Prime cost = food cost + labor cost. Ziel 55-65 %. Uber 70 % fallt das EBITDA unter 5 % und das Restaurant bezahlt das Risiko nicht mehr.
Gastcheck, Gastzahlen, Auslastung, RevPASH, EBITDA, ROI: die ubergreifenden Finanzkennzahlen, die die food + labor Steuerung erganzen.
Food / labor / prime / EBITDA / Gastcheck Zielwerte je Segment + das 5-Minuten-pro-Tag-Dashboard zur Steuerung eines Restaurants.
Excel oder Google Sheets. Reicht fur einen Standort, aber begrenzt: tagliche manuelle Eingabe, keine Echtzeit, keine nutzbare Historie uber 12 Monate hinaus, haufige Formelfehler. Empfehlung: nur in der Startphase.
Standalone-POS (Lightspeed, Tiller, Sumup). Granularitat bei Verkaufen, Produktmix, Gastcheck, Gastzahlen. Aber kein food cost (keine angebundenen Rezepturen) und kein labor cost (keine integrierte Lohnbuchhaltung). Also nur teilweise Steuerung.
Integriertes ERP (Melba, Apicbase, Easilys). Angebundenes POS, Rezepturen, Lagerverwaltung, Dienstplanung, Analytics. Deckt 80 Prozent der KPIs automatisch ab. Lohn (DSN-Export) und Buchhaltung (FEC-Export) noch anbinden. Standardfall fur eine Multi-Site-Kette oder ein Restaurant uber 1 Mio. € Umsatz. Link zum Leitfaden Rentabilitat steigern und zur Echtzeit-Verkaufsanalyse.
Dediziertes BI (PowerBI, Looker, Tableau). Fur Ketten mit mehr als 20 Standorten und einem dedizierten Controller. Konnektoren zu ERP, Lohn und Buchhaltung. Ermoglicht Drill-down je Standort und den Vergleich zwischen Marken.
Ausgangslage (Monat 0): Nettoumsatz 125 k€/Monat, food cost 34 Prozent, labor cost 33 Prozent, prime cost 67 Prozent, EBITDA 8 Prozent, Gastcheck 31 €, 8 Standorte im Grossraum Paris.
Massnahmen uber 90 Tage. 1. Karten-Review (Woche 1-3). Vollstandiges Menu Engineering: 12 Dog-Gerichte gestrichen, 8 Plowhorses neu formuliert (Beilagenwechsel, optimiertes Protein-Gramm), 3 Puzzles ins Golden Triangle umpositioniert. 2. Lieferantenneuverhandlung (Woche 2-6). Drei prioritare Artikel (Rind, Lachs, Kase) neu verhandelt, 4 bis 7 Prozent Einsparung beim Wareneinsatz. 3. Straffe Dienstplanung (Woche 4-12). Gastzahlen im Halbstundentakt zur Justierung der Stunden, Streichung eines Vollzeitaquivalents am Wochenende (unproduktive Stunden ab 14:30 Uhr samstags). 4. Wochentliche Inventarkontrolle (Woche 1-12). Inventardifferenz Soll/Ist von 2,8 auf 1,2 Punkte gesunken.
Ergebnisse Monat 3: food cost 30 Prozent (-4 Pkt), labor cost 31 Prozent (-2 Pkt), prime cost 61 Prozent (-6 Pkt), EBITDA 14 Prozent (+6 Pkt), Gastcheck 33 € (+2 €). Operativer Gewinn: 90 k€ pro Jahr beim Betriebsergebnis. Methode standortweise reproduzierbar mit einer Manager-Schulungsinvestition von etwa 1 200 € je Standort.
Sechs Anti-Pattern aus 200 Audits bei Ketten und Independents (Melba-Synthese 2024-2025):
28-32 Prozent des Nettoumsatzes in der traditionellen kommerziellen Gastronomie anpeilen, 25-28 Prozent in Fast Casual, 22-26 Prozent in der Pizzeria, 35-40 Prozent in der gehobenen Spitzengastronomie, 45-55 Prozent in der subventionierten Gemeinschaftsverpflegung. Oberhalb des oberen Schwellenwerts ist die Rentabilitat ohne Karten-Review oder Lieferantenneuverhandlung gefahrdet.
28-35 Prozent des Nettoumsatzes in Frankreich, inklusive Arbeitgeberbeitragen, in der kommerziellen Gastronomie. Unter 28 Prozent deutet meist auf Unterbesetzung hin (Qualitats- und Fluktuationsfolgen); uber 35 Prozent verweist auf ein Produktivitatsproblem oder einen zu personalintensiven Karten-Mix.
Prime cost = food cost + labor cost. Die Summe der beiden grossten und am besten steuerbaren Positionen eines Restaurants. Ziel 55-65 Prozent des Nettoumsatzes formatubergreifend, mit 60 Prozent als Pivot. Uber 70 Prozent fallt die operative Nettorendite unter 5 Prozent.
8 bis 12 KPIs in der taglichen Verfolgung (food cost, labor cost, Gastcheck, Gastzahlen, Produktmix, Auslastung, No-Show, Energieverbrauch, Out-of-Stocks, Zufriedenheit, Kassenabweichung), um die Aufmerksamkeit nicht zu verwassern. Daruber hinaus werden die meisten nicht angeschaut.
Break-even (Monatsumsatz) = Fixkosten / Deckungsbeitragsquote. Fixkosten = Miete + Versicherungen + Abos + Abschreibungen + feste Lohne. Deckungsbeitrag = (Umsatz - food cost - variable Kosten) / Umsatz. Beispiel: 25 k€ Fixkosten / 0,55 = 45,5 k€ Monatsumsatz fur die Gewinnschwelle.
IRR-Ziel 15-25 Prozent pro Jahr auf die Anfangsinvestition fur ein gesundes kommerzielles Gastronomieprojekt. Unter 10 Prozent deckt das Projekt das Risiko nicht; uber 30 Prozent verdienen die Annahmen einen Stresstest (optimistischer Umsatz, unterschatzte Kosten oder echte Expansionschance).
